Tutorial: Laminieren

Die soll eine kleine Anleitung zum Gebrauch und Umgang von Laminierharzen und Glasgewebe werden. Alles ist als Anhaltspunkt zu sehen und kann von Modell zu Modell und verwendetem Harz natürlich unterschiedlich sein.

ACHTUNG: Bitte immer Schutzhandschuhe tragen und nach dem Arbeiten mit Harzen/Trennmitteln die Hände gründlich waschen. Sicherheitshinweise und Datenblätter beachten!

Zu allererst sollten alle Komponenten zusammengestellt werden:

  • Handschuhe (Einmalhandschuhe)
  • Zeitungspapier
  • Papiertücher
  • Becher/Rührgefäße
  • Rührstäbchen
  • Pinsel
  • Digitalwaage (Grammgenau)
  • Trennmittel (Wachs/PVAC)
  • Laminierharz/Gelcoat
  • Oberflächenharz (evtl. Färbemittel)
  • Plastilin
  • Tixo (Baumwollflocken/Microballoons ect.)
  • Glasfaserschnitzel

Als Anschauungsobjekt dient hier ein Turm der Klasse 206. Die Urform ist fertig detailiert, es sind 2 Schichten Trennwachs aufgetragen das anschließend mit einem Baumwolltuch poliert wurde. Eine Hälfte der Urform ist im Trennbrett versenkt, die Kanten sind mit Plastilin (rot) verschlossen.

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Im nächsten Schritt erfolgt das Anmischen des Oberflächenharzes (Gelcoat). Ich benutze Transparent und färbe es nach dem Anmischen ein (hier Schwarz).
Das Abwiegen muß Grammgenau erfolgen. Nur so ist eine gleichmäßige Aushärtung zu gewährleisten.

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Nun folgt das auftragen in die Form. Dies sollte gleichmäßig geschehen damit eine etwa gleichstarke Schicht entsteht. Jetzt wird das ganze ruhen gelassen bis es anfängt zu gelieren, dies ist natürlich abhänging von der Topfzeit des verwendeten Harzes. Man kann den zeitpunkt ganz gut herausfinden indem man leicht darüber streicht. Ist es weit genug ausgehärtet bleibt nichts mehr am Handschuh hängen. Die Oberfläche ist leicht klebrig, dies ist der richtige Zeitpunkt um mit der Kupplungsschicht anzufangen

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Das Gelcoat sollte nun angeliert und nur noch leicht klebrig sein. Ist das der Fall, kann das Laminierharz angemischt werden. Ich mische immer relativ kleine Mengen, 100g bis max. 200g. Wenn man zuviel auf einmal mischt, kann eine exothermische Reaktion passieren. Das Harz fängt an zu schnell zu reagieren, überhitzt und verbrennt. Es entstehen giftige Dämpfe hierbei! Im schlimmsten Fall fängt das ganze Feuer. Tritt dieser "Worst Case" ein, das ganze Gebinde schnellstens ins Freihe bringen (kühlen) und am besten in eine Blechbüchse füllen damit es nicht auslaufen kann und im Brandfall dort drinnen bleibt. Zurück zum Turm, scharfe Ecken oder Kanten sind beim laminieren immer ein Problem, da sich das Gewebe nicht in Ecken legt. Daher mischt man einen kleinen Teil Harz mit Baumwollflocken, bis eine zähe Masse entsteht. Sie ist gut gemischt wenn sie nicht mehr vom Rührstäbchen läuft (Tixotropie). Das ganze wird Sorgfältig in die Kanten eingebracht. Anschließend wird der Turm mit einer dünnen Schicht Harz eingestrichen und die Glasfaserschnitzel werden aufgestreut. Diese ergeben die Kupplungsschicht zwischen Gelcoat und Laminat.

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Ich habe 4 Schichten Glasfasergewebe Köper mit 163g aufgebracht. Die Glasfasern werden in schmalen Streifen aufgebracht und mit einem abgeschnittenen Pinsel angedrückt bis alles durchtränkt ist. Die Oberfläche sollte seidenglanz haben, glänzt alles oder laufen gar "Nasen" ist zu viel Harz aufgetragen. Dies kann durch Küchenrolle abgenommen werden. Hier sieht man die 2. Turmseite nach dem Entfernen des Trennbretts.

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So sieht die Form dierekt nach dem Öffnen aus. Alle Details sind sauber abgeformt, es ist nichts vom Urmodell zurück geblieben.

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Die Form (bzw. das Laminat) sollte keinesfalls vor dem kompletten Aushärten geöffnet werden. Die Zeiten dazu stehen im Datenblatt des jeweiligen Harzes.

 

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